
Ein KI-Chatbot, der wirklich nur das sagt, was stimmt – und das direkt auf deiner Website oder im Intranet. Wie das mit KIVY in der Praxis aussieht, zeigt dieser Artikel.
Im vorherigen Beitrag dieser Serie haben wir erklärt, warum Standard-KI-Chatbots halluzinieren und wie RAG (Retrieval Augmented Generation) das Problem löst: Statt aus Trainingsdaten zu antworten, sucht das System zuerst in deinen eigenen Dokumenten – und gibt nur das weiter, was dort tatsächlich steht.
KIVY setzt genau dieses Prinzip um. Keine Entwicklerinnen notwendig, kein Code, keine komplexe Infrastruktur. Du richtest alles über ein Dashboard ein – in fünf Schritten.
Schritt 1: Wissen aufbauen
Das Herzstück von KIVY ist die Wissensdatenbank. Hier bestimmst du, worüber der Chatbot Bescheid weiss – und worüber nicht.

Option A: Spider (automatisches Website-Crawling)
Der einfachste Weg: KIVY crawlt deine Website automatisch. Du klickst auf «Spider starten», und das System durchsucht alle verlinkten Seiten, extrahiert die Texte und legt sie als durchsuchbare Wissensbasis an.
Wie oft du den Spider laufen lassen kannst, hängt von deinem Abo ab. Im Dashboard siehst du jeweils, wann der letzte Durchlauf war und wann der nächste erlaubt ist. So bleibt deine Wissensbasis aktuell – ohne manuelle Arbeit.
Option B: Dateien hochladen
Du kannst Word-, PDF- und Kalenderdateien direkt hochladen. Das ist besonders nützlich für Dokumente, die nicht öffentlich auf deiner Website sind: Reglemente, interne FAQs, Produkthandbücher, HR-Dokumente.
Option C: Manuelle Einträge
Für kurze, präzise Informationen – zum Beispiel eine direkte Antwort auf eine häufig gestellte Frage – kannst du Texteinträge direkt im Dashboard erfassen. Das lohnt sich, wenn eine Information sehr spezifisch ist und im Websitetext nicht klar genug vorkommt.
Wichtig: Je sauberer und strukturierter deine Inhalte sind, desto besser antwortet der Chatbot. Seiten mit klaren Abschnitten, verständlichen Titeln und konkreten Antworten liefern bessere Ergebnisse als unstrukturierte Fliesstext-Seiten.
Schritt 2: Bot konfigurieren
Sobald das Wissen steht, passt du den Bot an deine Corporate Identity an. Das geht über vier Tabs im Bereich Bot-Konfiguration – mit einer Live-Vorschau, die zeigt, wie der Chat-Widget auf deiner Website aussehen wird.
Farben
Du definierst die Hintergrundfarben oben und unten (für einen Verlauf), die Rahmenfarbe sowie die Hintergrund- und Schriftfarben für User- und Chatbot-Nachrichten. Das reicht, damit der Chatbot visuell zur bestehenden Website passt.

Bilder
Drei Elemente kannst du ersetzen:
- Logo (oben im Chat-Fenster)
- Avatar (das Icon, das neben jeder Chatbot-Nachricht erscheint)
- Platzhalter-Icon (das Symbol, das den Chat-Popup im minimierten Zustand repräsentiert)
Das sind die drei visuellen Elemente, die Besucher sehen – entsprechend lohnt es sich, hier Markenbild einzusetzen.
Texte
Der Begrüssungstext ist das Erste, was Besucher lesen, wenn sie den Chat öffnen. Er sollte klar machen, wer spricht und wobei der Bot helfen kann.
System-Prompt (fortgeschritten)
Wer tiefer einsteigen möchte, kann dem Chatbot einen System-Prompt mitgeben – eine Instruktion, die bestimmt, wie er kommuniziert. Zum Beispiel:
Du bist der Assistent von [Firmenname]. Antworte immer auf Deutsch,
in einem freundlichen, professionellen Ton. Halte Antworten
kompakt und verlinke bei Bedarf auf weiterführende Seiten.
Wenn du eine Frage nicht beantworten kannst, weise den Nutzer
an den Kundendienst weiter.

Das Dashboard gibt hier ehrliche Orientierung: «Hier wird es technisch. Den System-Prompt solltest du nur ändern, wenn du weisst, was du tust.» Wer sich mit Prompting beschäftigt – oder unsere Artikel-Serie zum AI Operating System gelesen hat – hat hier einen klaren Vorteil.
Schritt 3: Testen
Bevor der Chatbot öffentlich geht, testest du ihn intern. KIVY stellt dafür eine Test-Umgebung bereit, in der du Fragen stellen kannst – genau so, wie es ein echter Besucher tun würde.
Was du dabei prüfst:
- Antwortet der Bot auf die häufigsten Fragen korrekt?
- Gibt er zu, wenn er etwas nicht weiss – oder erfindet er Antworten?
- Ist der Ton passend?
- Sind die Antworten kompakt genug?
Wenn der Spider bereits gelaufen ist und Inhalte indexiert hat, beantwortet KIVY Fragen ausschliesslich auf Basis dieser Inhalte. Was nicht in der Wissensdatenbank steht, beantwortet der Bot nicht – und sagt das auch. Das ist kein Bug, sondern ein Feature: Keine Halluzinationen.
Schritt 4: Publizieren
Wenn der Test zufriedenstellend ist, gibt es zwei Wege, den Chatbot zu veröffentlichen.

Standalone-URL
KIVY generiert eine direkte URL. Diese öffnet den Chatbot als eigenständige Seite – ohne Login für die Endnutzenden. Du kannst den Link direkt verschicken, auf einer internen Plattform verlinken oder als QR-Code aufs Plakat drucken. Praktisch für Pilotprojekte oder interne Rollouts.
JavaScript-Snippet für die Website
Für die echte Website-Integration fügt man ein kleines Skript am Ende des <body>-Tags ein:
<script src="https://servlet.kivy.ai/loader-script.js"
data-chatbot-loader
data-tenant-id="DEINE-TENANT-ID"
data-model-id="DEINE-MODEL-ID"
data-login-key="DEIN-KEY">
</script>
Das war’s. Der Chatbot erscheint als Popup-Button unten rechts auf der Website – auf jeder Seite, überall dort wo das Skript eingebunden ist. Kein weiterer Code, keine Datenbank, keine Serverlogik auf eurer Seite.
Für Organisationen mit einem CMS (WordPress, Typo3, Webflow, etc.) ist das eine Änderung von wenigen Minuten – einmal in der Mastervorlage eingebaut, erscheint der Chatbot sitewide.
Schritt 5: Auswertungen nutzen
Einmal live, liefert KIVY wöchentliche Chat-Protokolle. Jeden Montagmorgen findest du im Bereich Auswertungen die Chats der Vorwoche – aufgelistet nach Woche, Start- und Enddatum sowie Anzahl Gespräche.

Die Protokolle sind das wichtigste Optimierungsinstrument. Sie zeigen dir:
- Welche Fragen Besucher tatsächlich stellen (oft andere als erwartet)
- Wo der Bot nicht die gewünschte Antwort gibt
- Welche Themen fehlen in der Wissensdatenbank
Auf dieser Basis ergänzt du die Wissensquellen, passt den System-Prompt an oder optimierst die Inhalte auf der Website. Der Chatbot wird über Zeit besser – nicht durch magische Selbstoptimierung, sondern durch strukturiertes Feedback und gezielte Anpassungen.
Zur Privatsphäre: Die Daten werden von KIVY gesammelt und nicht an Dritte weitergegeben.
Wann macht KIVY Sinn?
KIVY eignet sich besonders gut für Organisationen, die:
- eine inhaltlich komplexe Website betreiben (viele Seiten, viele Themen)
- häufig gleichartige Fragen per Mail oder Telefon erhalten
- verlässliche Antworten brauchen – keine erfundenen
- ohne Entwickleraufwand eine KI-Lösung einsetzen wollen
Typische Einsatzbereiche: Pensionskassen, öffentliche Institutionen, Bildungsorganisationen, Verbände, Unternehmen mit komplexem Produktangebot oder umfangreichem Kundendienst.
Fazit
Von der leeren Wissensdatenbank bis zum fertigen Chatbot auf der Website braucht es keine Programmierung und keine externe Agentur. Der Aufwand liegt im Aufbau der Wissensbasis – und das ist bewusst so: Die Qualität des Chatbots hängt direkt von der Qualität der Inhalte ab.
Was KIVY technisch liefert: RAG-basierte Antworten aus deinen eigenen Daten, konfigurierbare Oberfläche, einfache Website-Integration und strukturiertes Feedback über Auswertungen. Was du mitbringst: gute Inhalte und klare Ziele.
Wenn du KIVY für deine Organisation testen möchtest, findest du alle Informationen auf kivy.ai.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich technisches Know-how für die Einrichtung? Nein. Das Dashboard ist browserbasiert und ohne Programmierkenntnisse bedienbar. Für das JavaScript-Snippet brauchst du jemanden, der Zugang zur Website hat – das ist aber eine einmalige Änderung.
Was passiert, wenn der Chatbot eine Frage nicht beantworten kann? KIVY antwortet nur auf Basis der Wissensdatenbank. Wenn die Antwort dort nicht enthalten ist, gibt der Bot das offen zu – er erfindet nichts. Das ist einer der wichtigsten Unterschiede zu Standard-Sprachmodellen.
Wie aktuell ist die Wissensdatenbank? Das hängt vom Abo ab. Der Spider kann manuell gestartet werden, und neue Dokumente lassen sich jederzeit hochladen. Es gibt keine automatische Echtzeit-Synchronisation, aber der Aktualisierungsrhythmus ist planbar.
Kann der Chatbot mehrere Sprachen? Ja. KIVY nutzt ein Sprachmodell, das mehrsprachig antwortet. Wenn deine Wissensbasis Inhalte auf Deutsch, Französisch und Englisch enthält, beantwortet der Bot Fragen entsprechend in der Sprache des Nutzenden.
Wie lange dauert die Einrichtung? Für eine bestehende Website mit gutem Inhalt: 30–60 Minuten für die Grundkonfiguration. Dazu kommt die Zeit für die erste Testphase. Eine vollständige, produktiv laufende Installation in einer Woche ist realistisch.
Wo werden die Daten gespeichert? Die Daten werden von KIVY verarbeitet und nicht an Dritte weitergegeben. Chat-Protokolle sind wöchentlich im Dashboard einsehbar.